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Webdesign: Je doller desto oller!

Guck mal was ich alles kann, meinte der Programmierer und Designer einer Website und nahm sein ganzes Fachwissen zusammen für das neue Internetprojekt. Ist ja auch spannend, wenn eine Website neben ihrem Kernangebot noch viele andere kleine Spielereien präsentieren kann, die den Besucher auf das Portal locken. Je mehr Angebote - desto mehr Erfolg? Weit gefehlt: Meist ist genau das Gegenteil der Fall: Wenn eine Website sich genau mit einem Thema befasst und genau ein konkretes Angebote präsentiert, dann ist es für den Besucher leichter zu verstehen, was das Projekt denn nun genau will und jene Inhalte und Angebote finden, die er sucht. Auch ist ein Ein-Themen-Projekt leichter für die Suchmaschine zu optimieren. Das hat zur Folge, dass es der Website leichter fällt mit den wenigen wichtigen Begriffen in den Suchergebnissen weit vorne zu ranken.

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© Thomas Siepmann / pixelio.de
Ob alt oder jung, der Mensch besitzt nur eine gewisse kognitive Auffassungssabe. Das bedeutet, dass die Zahl der Inhalte, Angebote und weiterführenden Links, die man mit einem Blick erfassen kann, begrenzt ist. Zu viele Angebote auf einen Blick kann bedeuten, dass man die gewünschten Inhalte nicht mehr findet. Nicht wenige Webmaster erliegen auch der Versuchung mit der eigenen Website mittels Werbung für andere Angebote Geld verdienen zu wollen. Das ist sicherlich legitim, wenn ein Projekt für solche Zwecke angelegt worden ist. Wer aber eigene Produkte verkaufen möchte, der wird mit fremder Werbung nicht nur die Kundschaft zum Mitbewerber weiter schicken, er wird auch dazu beitragen, dass die Kunden die eigenen Angebote nicht mehr finden.

Doch nicht nur für den menschlichen Besucher kann eine Website zu einer unübersichtlichen Angelegenheit werden. Auch die Suchmaschinen haben so ihre Schwierigkeiten den Schwerpunkt eines Internetauftrittes richtig zuzuordnen, nachdem sich der Programmierer oder Webmaster zu doll ausgetobt hat. Grundsätzlich sollte eine Website soweit wie möglich nur aus Content und Hyperlinks bestehen. Das Design der Seite kann man mit gutem Gewissen in eine Style-Sheet Datei auslagern und auch Scripts haben im Quellcode der Seite nicht zu suchen, wann immer man das vermeiden kann. Auch hier empfiehlt sich die Auslagerung oder gar der Verzicht auf die eine oder andere Spielerei, die dem Besucher oder Kunden der Website möglicherweise viel weniger bedeutet als dem Programmierer, Designer oder Inhaber der Seite. Auch sollte man sich genau überlegen, mit welchen Analytics-Maßnahmen man den Quellcode der Website tatsächlich verlänern möchte. Oft sind die Daten, die man im Alltag hieraus wirklich zu nutzen weiß, nicht viel mehr als das, was ein serverseitiges Statistikprogramm, das während der Nacht einmal gestartet wird, ermittelt.

Wer nicht gerade ein Portal für Internetspiele betreibt, der sollte ein schlichtes, aber markantes Webdesign wählen. Der Kunde sollte sich auf der Seite auch dann auskennen, wenn er diese zum ersten mal besucht und alle Elemente sollten so angeordnet sein, wie man es von anderen Portalen her kennt. Ein paar einzigartige Grafiken optisch passend zum Firmenlogo und die dazu passenden Farben im Design helfen dem wiederkehrenden Kunden zu erkennen, dass er sich auf einem ihm vertrauten Portal befindet. Das schafft „trust“ und trägt zur Cooperative Design des Anbieters bei.

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